Bauchtanz Auskunft Sibel Nefa

März/April 2000 - Wünsche, Träume und Realitäten


Teilnehmerinnen: 30

Frage 1: Was ist deiner Meinung nach die Hauptgründe, für den teilweise schlechten Ruf des orientalischen Tanz?

25 Nennungen: Ignoranz und Unwissenheit des Publikums

22 Nennungen: Schlechte Tänzerinnen

16 Nennungen: Keine Lobby bei anderen Künstlern

10 Nennungen: gesellschaftliche Begebenheiten in den Herkunftsländern

je 1 Nennung: Schlechte Touristentänzerinnen im Ausland
Tänzerinnen ohne Gefühl
Styling der Tänzerinnen
fehlende Aufklärung der Medien
gegenseitiges schlecht machen
Unwissenheit allgemein
Vorurteile

Frage 2: Was müsste man deiner Meinung nach machen, um den Ruf des orientalischen Tanz zu verbessern?

17 Nennungen: Aufklären über den orientalischen Tanz (Öffentlichkeitsarbeit, Klischeefragen beantworten)

11 Nennungen: Eigenverantwortlichkeit als Tänzerin (z. B. nicht in miesen Kneipen tanzen usw.)

6 Nennungen: Gute Ausbildung von Tänzerinnen

5 Nennungen: Professionelle Außendarstellung (Werbung, Fotos usw.)
Nicht zu erotisch Auftreten. (Kostüme, Frisur, Verhalten usw.)

3 Nennungen: Richtige Zusammenarbeit zwischen den Tänzerinnen
BufOT einbinden (Medien beraten, gute Tänzerinnen empfehlen.)

2 Nennungen: Die Schülerinnen an eine Art Ehrenkodex ran führen.
Gute Tänzerinnen fördern.
Unermüdlich für einen guten Ruf arbeiten.

1 Nennung: Üben, üben und üben.
Auftrittsorte besser auswählen.
Eine Künstlerlizenz (Genehmigung mit Prüfung)
Preisabsprachen zwischen Tänzerinnen.
"Gut tanzen"

Frage 3: Hast Du schon mal an einer Tanzreise teilgenommen?

Nein: 22 Nennungen
Ja: 7 Nennungen
veranstalte selber Tanzreisen: 2 Nennungen

Frage 4: Was verlangst du bei einer Tanzreise?

18 Nennungen: Guter Dozent

8 Nennungen: Land und Leute kennen lernen.

6 Nennungen: Gute Organisation.

4 Nennungen: Hindergrund Infos (Tanz und Ort).
Ein Rahmenprogramm.

3 Nennungen: Auch mal 1 oder 2 freie Tage.
Eine annehmbare Unterkunft.
Ein orientalisches Land.
Eine Tanzshow am Abend.

2 Nennungen: Sach- und Ortskenntnis

1 Nennung: verschiedene WS-Themen.
Preiswert.
Schriftliche Infos.
Mehr als 1 Std. Unterricht/Tag.

Frage 5: Wo möchtest Du gern mal Tanzen? z.B. Ort (Kairo) und/oder Veranstaltung (Orienta)

14 Nennungen: Große Shows im In- und Ausland (z.B. Orienta, Halima, OMF usw.)

4 Nennungen: Ägypten und Kairo

3 Nennungen: Vor guten Publikum

2 Nennungen: Libanon (Beirut)

1 Nennung: Festivals im Ausland.
Im Ausland allgemein.
im Fernsehen (Seriös)
Große nicht o.T. Veranstaltungen.
Bühne der Deutschen Oper Berlin
Restaurant
türkische Hochzeit.
Show mit guter/freundlicher Atmosphäre
Überall wo gute Künstler gesucht werden.
Wo man mich sehen will und wo ich mich wohlfühle.

Frage 6: Auftrittsgagen, wie viel hältst du für angemessen?

Restaurant z. B. 2x15 Min mit Kostümwechsel: Der Durchschnitt beträgt 350 DM

Privat 1x15 Min ca. 20-100 Personen: Der Durchschnitt beträgt 315 DM

Große Feier (Firma?) über 100 Personen: Der Durchschnitt beträgt 675 DM

Viele legen den Preis für größere Veranstaltungen aber individuell fest. Manche geben auch für gute Freunde oder Verwandte "Rabatt".

Frage 7: Kommentare Auftrittsgagen:

- Also manchmal muss man aus dem Bauch und aus dem Herzen heraus entscheiden und verdient so manchmal sehr wenig und manchmal mehr.
- Es kommt meiner Meinung auch drauf an wer tanzt - eine Schülerin oder ein Profi.
- Die TanzKUNST der Tänzerin sollte sich auch im Preis niederschlagen.
- Es geht vielen Leuten nicht mehr so gut. Immer höhere Abgaben belasten uns alle. Man sollte versuchen einen Preis zu finden mit denen beide Seiten leben können.
- Der Spielraum ist groß. Tanze ich für Freunde, für Bekannte, für eine kleine oder große Firma? Auch wenn man für Freunde tanzt, sollte man einen symbolischen Wert erhalten, wenigstens ein Strauß Blumen, denn was umsonst ist, ist in den Augen der meisten Leute nicht viel wert.
- Unsere Gruppe tanzt auch in Altenheimen etc und bei Veranstaltungen unserer Stadt für Unkostenbeitrag bzw. Bereitstellung eines kostenlosen (sehr schönen) Übungsraumes. Im Übrigen haben wir festgestellt. dass Veranstalter zunehmend sparsamer werden!
- Über Preise lässt sich ja bekanntlich streiten...zu billig ist nicht gut für den Ruf und die anderen Tänzerinnen. Außerdem macht man sich irgendwann damit selbst die Preise kaputt, da es immer eine geben wird, die billiger ist. Zu hohe Preisvorstellungen finde ich auch unrealistisch und abgedriftet. Schließlich hat nicht jeder so viel Geld. Ist wohl regionsabhängig(Vergleich z.B. Duisburg-München).Es hängt auch ganz stark von der Tänzerin ab.
- Je nach meinem Aufwand und Möglichkeiten des Auftraggebers (etwa eine Firma oder ein "Guter Zweck")
- Preise hängen sowohl von der (subjektiven) Qualität der Tänzerin ab, aber auch von der Auftrittsgegend (Stadt/Land, viele Tänzerinnen/einzige Tänzerin in der Stadt ect.)
- Es ist mir egal, ob ich auf einer großen oder kleinen Feier/für eine Firma oder eine Privatperson tanze der Preis ist gleich. Allerdings versuche ich bei Firmenfeiern mindestens 2 Auftritte zu "verkaufen" (500,-DM), um zwei vollkommen unterschiedliche Tänze zeigen zu können.
- Entfernungen sollten bei der Gage natürlich berücksichtigt werden.
- Pauschal kann man das mit den Gagen natürlich nicht sagen, es kommt immer auf den Einzelfall an, bei Feiern, wenn man die Leute gut kennt, oder miteinander befreundet ist, kann man sicherlich auch weniger vereinbaren, im Restaurant oder auf Betriebsfeiern sicher auch mehr, das kommt auf den Einzelfall drauf an.
- Restaurant Auftritte bewerte ich mehr als Werbung, es kommt immer auf das Restaurant an...ich mag keine Regelmäßigen reinen Restaurant Auftritte weil sich zu schnell eine Routine mit nachlässigem Tanzen einschleicht.
- Das Entgeld würde ich hauptsächlich vom Können der Tänzerin abhängig machen. Nicht nur von der Dauer der Ausübung des Tanzes sondern auch v. künstlerischen Einsatz!
- Man sollte sich nicht unterwert verkaufen, aber immer im Augebehalten was die anderen Tänzerinnen bekommen und was der Kunde zahlen kann.
- Bei Mitternachtseinlagen bei Bällen 500.- DM. Bei Sylvester doppelte Gage

Frage 8: Was denkst du, aus welchen Hauptgrund üben die Leute Kritik?

25 Nennungen: Sie haben eine andere Sichtweise der Dinge
16 Nennungen: Neid und Missgunst
9 Nennungen: Sie wollen helfen

Frage 9: Wie schätzt du das Verhältnis von gerechter zu ungerechter Kritik ein? (z.B. 50:50)

Der Durchschnitt bei gerechter Kritik ist 46,54%
Der Durchschnitt bei ungerechter Kritik ist 53,46%

Meinungen:

Die Missgunst und der Neid unter den dt. Tänzerinnen ist dermaßen groß geworden, das nicht nur an der Tanzweise der einzelnen Tänzerin herumgemäkelt wird sondern sogar ihre Person angegriffen wird.

Kommt sehr darauf an, wer kritisiert. Bin eigentlich immer für Kritik offen und gehe erst mal davon aus, das diese ehrlich gemeint ist. Ich denke, das die meisten es eh für sich behalten, was sie über Deinen Auftritt denken.

Es gibt zu wenig Fachleute die genau und vorurteilsfrei beobachten und kritisieren können.

Die meiste Kritik ist berechtigt. Doch es gibt allgemein zu wenig gute Kritik!

Jede Tänzerin hat, gemessen an ihrem eigenen Können Kritikfähigkeit und Sachkenntnis. Oft gehen aber die Meinungen über das, was der Tanz beinhalten soll, auseinander .Ist Technik oder Ausstrahlung wichtiger/eigene Interpretation oder Authentizität?

Leute (hier: kein Fachpublikum) kritisieren meiner Meinung nach: 1.Figur/Aussehen 2.Kostüm 3.Ausdruck 4.Technik in dieser Reihenfolge. Ob gerecht oder ungerecht ist auch eine Frage des pers. Geschmacks.

Vielleicht sollte man mal untersuchen wie viele Tänzerinnen jemals konstruktive Kritik bekamen und umsetzten konnten und wie hoch oder niedrig die "Kritikfähigkeit" der Tänzerinnen ist.

Die kritisierende sagt eigentlich immer ich wollte nur helfen. Die kritisierte sagt eigentlich immer die hat keine Ahnung bzw. ist neidisch. Ich denke der ton macht die Musik. Gerade bei Kritik sollte man seine Worte sorgfältig wählen und manchmal was beschönigen. Dann hat die Sache Aussicht auf Erfolg.

WER die Kritik äußert, ist doch wichtig! Es gibt Menschen, deren Kritik zu 99% berechtigt und sehr hilfreich ist.

Ich kann hier nur aus meiner ganz persönlichen Sicht sprechen und habe bisher fast nur positive Erfahrungen gemacht.

Solange mit "emotionalen" Behauptungen und Empfindungen versicht wird Fakten zu diskutieren und darzustellen, wird das immer ins nichts führen.
Fundierte Sprecher und ausgearbeitetes Wissen sollten nur von Menschen vorgetragen werden die auch Argumente haben und wissen wie man diese vorträgt.

Ungerechte Kritik ist zu erwarten bei Konkurrenz-Situationen. Je größer die räumliche Entfernung oder der Leistungsunterschied, desto ehrlicher können Kritiken sein.

Kritik hat wohl immer einen Kern Wahrheit in sich, auch wenn man sich zuerst ärgert - zumindest regt sie zum Nachdenken an.

Die wenigsten Menschen können sachlich argumentieren und daher auch nicht sachlich kritisieren.

Ehrliche Kritik ist doch eher selten. Diese kommt meistens nur von guten Freunden. Ungerechte Kritik entsteht ja meist aus Neid und Missgunst. Da dies in dieser Branche leider sehr weit verbreitet ist, sollte man genau differenzieren, wer kritisiert und aus welchen Hintergrund heraus.

Mit der Kritik ist es auch wieder so eine Sache, die jeder anders auffasst, wo sich der eine sagt "naja" da kocht der andere schon vor Wut, es kommt auch darauf an, wie und von wem die Kritik ausgesprochen wird. Nehme ich diese Kritik von dieser Person ernst, werde ich sicher darüber nachdenken, aber manchmal ist eine üble Beleidigung nur als Kritik verpackt und dann pell ich mir schon mal ein Ei drauf.

Ich habe schon zu einem Auftritt 3 total verschiedene Meinungen gehört. Es ist halt auch alles z.T. Geschmacksache.
Es eindeutige Kriterien wie Rhythmusgefühl (wenn der Akzent verpatzt war, hilft nix, er war's einfach!) und andere wie Ausstrahlung (sehr persönlich).

Meine Familie übt gerechte Kritik (an mir).