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Sibel
Nefas Humorecke
Bauchtanz
Geschichten der etwas anderen Art
Ein tierischer Auftritt
Autor: Amina Bea Heinz
E-Mail: naltaqui@t-online.de
Homepage:
Engagement im Reitclub
Angekommen auf dem Parkplatz holte uns Frau X ab. Sie erzählte
vorher am Telefon, ich müsste zwar auf der Terrasse im Kies tanzen,
aber ich hätte ja ohnehin "Stöckelschuhe" an. Also,
erstmal Aufklärungsarbeit geleistet und Teppich angefordert. Der
Kies erwies sich dann als Waschbeton, es ging so einigermaßen.
Aber...
Schock 1:
Frau X meinte, ich könne mich "in der Wohnung vom Griechen"
umziehen (...da hast du's gemütlich) und zog mich im Stechschritt
kreuz und quer hinter sich her, über einen mit Pferdeäpfel
verzierten Hof. Rechts und links Pferdeställe, aus jeder Box beäugte
mich ein neugierig schnaubender Pferdeschädel und hinterher ein
riesiger Schwarm Fliegen.
Schock 2:
War dann "die Wohnung vom Griechen". Man führte mich
in einen zugemüllten Bretterverschlag, aussen waren es schon fast
30 Grad, dort drinnen mindestens ungelüftete 40. Ich dachte das
wäre irgendwie der Durchgang zur Wohnung - falsch, es war die Wohnung!
Gerümpel und Müll bis zur Decke, ein Geruch nach ungewaschenen
Männerunterhosen, flugs ein Berg von allem Möglichen vom Sofa
auf die Erde geschubst, und schon war es "gemütlich".
So schnell war ich noch nie umgezogen, jeden Kontakt zum Inventar vermeiden
und raus hier!
Zwischenzeitlich hab ich meinen Mann vorgeschickt, sich mit dem DJ zu
verständigen und die Lage zu peilen. Mein Mann meldete, alles wäre
ok. Keine Glasscherben, keine tiefhängenden Lampen, absolut keine
Gefahr in Sicht, ab jetzt kann es nur besser werden - dachte ich.
Schock Nr. 3:
Die Musik ertönt, die Spannung steigt ins Unerträgliche, ich
schwebe auf die Bühne. 8 Schritte, eine Drehung - und aus dem Schatten
unterm Tisch stürzt brüllend ein schwarzes Untier in Form
eines Rottweilers auf mich zu. Aufgestellt war er größer
als ich, hatte fürchterlichen Mundgeruch und war zudem schlecht
rasiert. Ich sah mein letzte Stündchen gekommen und versuchte instinktiv
noch, alle lebenswichtigen Organe zu schützen - in diesem Fall
meine beiden Schleier.
Also Kommando zurück, warten bis der Höllenhund angekettet
war, und das ganze kreidebleich nochmal. Schimmi läuft bei schlotternden
Knien übrigens ganz von alleine!
Das sogenannte Publikum war zur Hälfte besoffen, der anderen Hälfte
liefen 20 Minuten lang schenkelklopfend die Lachtränen herunter
aufgrund der Hundeattacke. Das Geburtstagskind würdigte mich keines
Blickes, sondern unterhielt sich während des Auftrittes lautstark
mit "dem Griechen".
Irgendwie hab ich alles hinter mich gebracht, schnell zurück in
die Muffbude, umziehen, Kohle kassiert, ab nach Hause.
Schnaps getrunken.
Noch einen Schnaps getrunken...
Amina
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